
So sieht so also aus - meine heimliche Liebe, seit ich
sie zum ersten Mal sah ! Das war so vor etwa 12 Jahren, als ich zum ersten
Mal einen 128 3p im vorbeifahren am Straßenrand stehen sah. Es dauerte
noch geraume Zeit, bis ich Gelegenheit bekam, den Wagen aus der Nähe
zu betrachten und die Typenbezeichnung genau zu identifizieren. Leider
stellte sich heraus, daß solche Wagen auch damals schon nicht mehr
an jeder Ecke zum Verkauf herumstanden.
Als ich mir dann irgendwann bewußt wurde, daß
man sich schon einige hundert Kilometer bewegen muß, um ein solches
Fahrzeug aufzutreiben, fehlte irgendwie das nötige Kleingeld für
ein brauchbares Expemplar, das nicht gerade die sofortige Komplettrestauration
erforderte. Als dann später auch das Kleingeld reichlich vorhanden
war, fehlte es noch an einem geeigneten Aufbewahrungsort für den Winter.
Nun ist auch das Problem erledigt, weshalb ich nun im April 2000 dieses
Fahrzeug erworben habe..

Gefunden habe ich den Wagen in Bielefeld-Sennestadt. Dort
stand er nun schon fast zwei Jahre völlig verstaubt in einer Garage
herum. Der Besitzer hatte gerade ein anderes Projekt in Form eines 850
Spider in Arbeit und wußte mit der Berlinetta nichts rechtes mehr
anzufangen.
Der Besitzer stammte aus dem gleichen Land wie diese
Autos und hatte den 3p gebraucht im Jahre 1994 bei einem Heimaturlaub erworben.
Ich gehe davon aus, daß durch den vorherigen langen Aufenthalt in
klimatisch ansprechenderen Gefilden der Rostbefall sich in Grenzen hält.

An Besonderheiten wäre zu vermerken, daß der
Wagen seiner Geschichte entsprechend über eine italienische Ausstattungsvariante
verfügt, worauf zumindest die vorderen Weißglasblinker hinzuweisen
scheinen. Die Veloursitze sind wahrscheinlich neueren Datums und stammen
wohl aus einer Berlinetta GLX.
Mit dem Erstzulassungsdatum 1.6.75 handelt es sich außerdem
um einen der allerersten 3p.

Ansonsten hat das Fahren mit diesem Wagen einen echten
Abenteuercharakter - eng (jedenfalls, wenn man vom Punto verwöhnt
ist), laut, hart und mit Force-Feedback-Lenkung, eben ein Auto für
richtige Männer und Frauen !! So war das halt vor 25 Jahren. Aber
wenn man heutzutage ein unbedingt ein Auto mit derart genialer Optik haben
will, wo man auch noch von innen sehen kann, wo es vorne zu Ende ist, dann
muß man sich eben klar machen, daß es man es nicht mal so einfach
beim Vertragshändler kaufen kann und sich eben eine uralte Kiste
hinstellen !!
Und wenn es auch nur darum geht, sich mit seinem Auto
von der Masse abzuheben, führt an einem ziemlich alten Wagen ohnehin
kein Weg vorbei, es sei denn man kann einige hunderttausend Märker
für ein solches Vorhaben ausgeben.
Ja, es hätte alles so schön sein können,
wenn er nicht an einer stabilitätsrelevanten Stelle gammeliger gewesen
wäre als es von außen erkennbar war : die Stabilisatoraufnahme
vorne links ist mir bei einer scharfen Bremsung einfach weggeknickt ! Da
das unschöne Resultat meine Schweißkünste bei weitem überstieg
und der Frust enorm war, habe ich den Wagen dann verkauft (Heul, schluchz
!!).
